Gehaltserhöhung: Wie viel bleibt netto übrig?
7. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit
Endlich ist es so weit: Dein Chef hat eine Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt. Doch bevor du dich über die Summe freust, lohnt sich ein genauer Blick – denn Brutto ist nicht gleich Netto. Je nach Höhe der Erhöhung kann der Unterschied zwischen dem, was verhandelt wird, und dem, was am Monatsende ankommt, ganz schön groß sein.
Warum Netto weniger wird als Brutto
Von deinem Bruttogehalt gehen gleich mehrere Abgaben ab: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung). Bei steigendem Einkommen kommen noch 工会beiträge (falls gewerkschaftlich organisiert) hinzu.
Besonders tückisch: Die Steuerprogression. Mit jeder Gehaltserhöhung steigt dein persöncher Steuersatz. Das heißt, du zahlst nicht nur mehr Steuern – sondern auch einen höheren Prozentsatz deines Einkommens. Eine Erhöhung um 300 Euro Brutto kann am Ende nur 150 Euro Netto bedeuten.
Rechenbeispiel: 5.000 Euro → 5.500 Euro Brutto
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an (Steuerklasse I, 2026, KV-Beitrag 14,6 %, Rentenversicherung 18,6 %, keine Kinder, konfessionslos):
| 5.000 € brutto | 5.500 € brutto | |
|---|---|---|
| Lohnsteuer | ca. 440 € | ca. 555 € |
| Sozialversicherung | ca. 870 € | ca. 957 € |
| Nettogehalt | ca. 3.690 € | ca. 3.988 € |
| Mehrausgabe netto | — | ca. 298 € |
Von 500 Euro Brutto-Erhöhung bleiben also rund 300 Euro Netto übrig – nicht schlecht, aber deutlich weniger als gedacht.
Ab welcher Erhöhung lohnt sich ein Steuerklassenwechsel?
Wenn du verheiratet bist und eine Gehaltserhöhung bekommst, kann sich ein Wechsel der Steuerklassenkombination lohnen. Besprich das mit deinem Partner und rechnet gemeinsam durch, ob III/V statt IV/IV oder ein anderer Wechsel mehr Netto bringt.
Für Besserverdienende ab ca. 60.000 Euro Jahresgehalt kann es zudem sinnvoll sein, einen Faktor bei Steuerklasse IV einzutragen. Der Faktor berücksichtigt den Splittingvorteil bereits bei der monatlichen Abrechnung und reduziert die Gefahr einer großen Nachzahlung.
Freibeträge nutzen, um mehr Netto zu behalten
Bestimmte Ausgaben kannst du als Steuerfreibeträge direkt in deine Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Das reduziert die monatliche Steuerlast sofort, nicht erst bei der Steuererklärung. Relevante Freibeträge sind zum Beispiel:
- Werbungskosten über dem Pauschbetrag (1.230 Euro sind bereits abgedeckt)
- Beiträge zur privaten Altersvorsorge (Rürup-Rente)
- Kirchensteuer (falls nicht über Steuerklasse abgerechnet)
- Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen
Fazit: Erst rechnen, dann freuen
Eine Gehaltserhöhung ist immer ein Grund zur Freude – aber gerade bei größeren Sprüngen lohnt es sich, vorher durchzurechnen, wie viel davon netto bei dir ankommt. Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner und vergleiche verschiedene Erhöhungsszenarien. So gehst du gut vorbereitet ins Gehaltsgespräch und weißt genau, was du verhandelst.
Berechne sofort, wie viel von deiner Gehaltserhöhung netto übrig bleibt:
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