Netto-Brutto-Rechner 2026: Welches Brutto brauchst du für dein Wunsch-Netto?
Du hast ein Jobangebot oder willst eine Gehaltserhöhung verhandeln? Unser Netto-Brutto-Rechner 2026 zeigt dir in unter einer Sekunde, welches Bruttogehalt du verlangen musst, damit nach Steuern und Sozialabgaben genau dein Wunsch-Netto auf dem Konto landet. Basiert auf den offiziellen BMF-Formeln und Beitragssätzen 2026.
Inhalt
Was ist ein Netto-Brutto-Rechner?
Der klassische Brutto-Netto-Rechner beantwortet eine einfache Frage: „Was bleibt von meinem Bruttogehalt übrig?" Er zieht Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und die vier Beiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung) vom Brutto ab und zeigt dir, was am Ende auf deinem Konto landet.
Der Netto-Brutto-Rechner geht den umgekehrten Weg: Du gibst dein Wunsch-Netto ein und er berechnet das Brutto, das du brauchst, damit nach allen Abzügen genau dieser Betrag übrig bleibt. Das ist besonders nützlich, wenn du ein Jobangebot bewertest, eine Gehaltserhöhung verhandelst oder prüfen willst, ob dein aktuelles Gehalt deinen Erwartungen entspricht.
Beide Rechner nutzen die gleichen Eingabeparameter (Steuerklasse, Bundesland, Krankenversicherung, Kinder, Freibeträge) und liefern spiegelbildliche Ergebnisse. Wenn du aus einem Brutto von 4.500 € ein Netto von 2.910 € bekommst, dann brauchst du für ein Wunsch-Netto von 2.910 € ein Brutto von 4.500 €.
Wann brauchst du einen Netto-Brutto-Rechner?
Drei klassische Situationen, in denen du wissen willst, welches Brutto du brauchst:
1. Jobangebot bewerten
Du hast eine Zusage mit „50.000 € brutto pro Jahr" bekommen und willst wissen, was davon wirklich auf deinem Konto landet. Mit unserem Rechner siehst du sofort: 50.000 € brutto sind bei Steuerklasse I, gesetzlicher Krankenversicherung und ohne Kirchensteuer etwa 2.700 € netto pro Monat— oder 32.400 € im Jahr. Damit kannst du besser planen, ob das Angebot zu deinen Lebenshaltungskosten passt.
2. Gehaltsverhandlung vorbereiten
Du weißt, du willst 5.200 € netto pro Monat mit nach Hause nehmen. Welches Brutto musst du bei deinem Chef fordern? Der Rechner liefert die Antwort: in Steuerklasse I brauchst du dafür etwa 7.430 € brutto. Das ist die Zahl, mit der du in die Verhandlung gehst — nicht die, die du dir wünschst, sondern die, die du verlangen musst.
3. Gehaltserhöhung prüfen
Dein Chef bietet dir eine 4-prozentige Erhöhung an, von 55.000 auf 57.200 € brutto. Rechnet sich das? Unser Gehaltsveränderungs-Rechner zeigt, dass davon netto nur etwa 130 € pro Monat übrig bleiben — weil das Brutto vollständig in die höhere Progressionszone fällt. Diese Information ist Gold wert, wenn du beim nächsten Gespräch nach einer größeren Erhöhung fragst.
In allen drei Fällen ist die Frage dieselbe: Welches Brutto liefert mein Wunsch-Netto?Unser Rechner löst sie präzise auf Basis der offiziellen 2026-Werte.
Wie funktioniert die Berechnung?
Die Berechnung läuft in zwei Schritten. Erst bestimmen wir die Steuern und Abgaben, die vom Brutto abgezogen werden. Dann suchen wir rückwärts das Brutto, bei dem die Summe dieser Abzüge genau der Differenz zwischen Wunsch-Netto und gesuchtem Brutto entspricht.
Lohnsteuer 2026
Die Einkommensteuer wird mit dem offiziellen BMF-Tarif 2026 berechnet. Für die monatliche Lohnsteuer ist die Formel in Zonen eingeteilt:
- Bis 12.348 € pro Jahr (Grundfreibetrag): 0 %
- 12.349 bis 17.443 €: Eingangszone 14 bis 24 %
- 17.444 bis 69.879 €: lineare Progression 24 bis 42 %
- 69.880 bis 277.825 €: Spitzensteuersatz 42 %
- Ab 277.826 €: Reichensteuer 45 %
Die Lohnsteuer ist die Jahressteuer geteilt durch 12, multipliziert mit dem Steuerklassen-Faktor: I=1,0 · II=0,85 · III=0,65 · IV=0,95 · V=1,15 · VI=1,3. Klasse III zahlt also nur 65 % des regulären Steuersatzes — einer der größten Hebel für Ehepaare mit ungleichem Einkommen.
Solidaritätszuschlag
Auf die Lohnsteuer werden 5,5 % Solidaritätszuschlag erhoben. Seit 2021 fällt der Soli nur oberhalb des Freibetrags von etwa 18.000 € zu versteuerndem Einkommen pro Jahr an — die meisten Arbeitnehmer zahlen also keinen Soli mehr.
Kirchensteuer
Falls du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft bist, kommen 9 % der Lohnsteuer als Kirchensteuer dazu — in Bayern und Baden-Württemberg 8 %. Die meisten Rechner erlauben es, die Kirchensteuer ein- oder auszuschalten.
Sozialversicherung 2026
Die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung betragen 2026:
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
- Krankenversicherung (GKV): 7,3 % + Zusatzbeitrag (Ø 2,5 % in 2026)
- Pflegeversicherung: 1,75 % mit Kindern, 2,25 % ohne Kinder (ab 23)
Insgesamt sind das rund 22 % des Bruttos. Bei Privatversicherten (PKV) entfallen KV- und PV-Beitrag; stattdessen wird der private Beitrag direkt an die Versicherung gezahlt und ist nicht in der Lohnabrechnung sichtbar.
Bisektion: Brutto aus Netto
Die Berechnung „Brutto aus Netto" ist mathematisch nicht durch einfaches Umkehren der Formel möglich, weil die Lohnsteuer progressiv ist. Stattdessen nutzen wir Bisektion (binäre Suche):
- Wir starten mit einer Brutto-Schaetzung (z. B. 1,5× Wunsch-Netto)
- Wir berechnen das Netto, das dieses Brutto ergeben würde
- Ist das berechnete Netto zu hoch, reduzieren wir das Brutto. Ist es zu niedrig, erhöhen wir es.
- Wir wiederholen, bis das berechnete Netto auf 0,01 € genau dem Wunsch-Netto entspricht
In der Regel konvergiert die Bisektion in 30 bis 50 Iterationen — in unter einer Sekunde berechnet.
Vier Beispiele aus 2026
Was muss man 2026 brutto verlangen, um ein bestimmtes Netto zu bekommen? Vier realistische Beispiele — alle berechnet mit den offiziellen Beitragssätzen 2026 und einem durchschnittlichen KV-Zusatzbeitrag von 2,5 %:
Beispiel 1: Single, Steuerklasse I, Berlin
GKV, keine Kirchensteuer, keine Kinder
| Wunsch-Netto | 2.500 € |
| Benötigtes Brutto | 3.376 € |
| Davon Lohnsteuer + Soli | 324 € |
| Davon SV (RV+AV+KV+PV) | 552 € |
Beispiel 2: Single, Steuerklasse I, Bayern
GKV, mit Kirchensteuer (8 %), keine Kinder
| Wunsch-Netto | 3.000 € |
| Benötigtes Brutto | 4.155 € |
| Davon Lohnsteuer + Soli + Kirche | 603 € |
| Davon SV (RV+AV+KV+PV) | 552 € |
Beispiel 3: Verheiratet, Steuerklasse III, NRW
GKV, mit Kirchensteuer, keine Kinder
| Wunsch-Netto | 5.000 € |
| Benötigtes Brutto | 6.770 € |
| Davon Lohnsteuer + Soli + Kirche | 1.061 € |
| Davon SV (RV+AV+KV+PV) | 709 € |
Beispiel 4: Single, Steuerklasse I, 2 Kinder, Bayern
GKV, mit Kirchensteuer, 2 Kinderfreibeträge
| Wunsch-Netto | 3.500 € |
| Benötigtes Brutto | 4.620 € |
| Davon Lohnsteuer + Soli + Kirche | 571 € |
| Davon SV (RV+AV+KV+PV) | 549 € |
Diese Beispiele zeigen: Steuerklasse und Familienstand haben den größten Hebel. Ein Verheirateter in Klasse III zahlt auf 6.770 € brutto nur 1.061 € Steuern; ein Single in Klasse I auf vergleichbares Brutto zahlt über 1.300 € — ein Unterschied von 240 € pro Monat, nur durch die Wahl der Steuerklasse. Falls du unsicher bist, welche Klasse für dich optimal ist, hilft unser Steuerklasse-Vergleich.
5 Tipps für deine Verhandlung
Ein Brutto zu fordern ist die halbe Miete. Hier sind fünf Tipps, die den Unterschied zwischen „Will ich haben" und „Kriege ich auch" ausmachen:
- Frag nach Brutto, nicht nach Netto.Brutto ist die Verhandlungsbasis — Netto hängt von zu vielen Faktoren ab, die du nicht kontrollierst.
- Rechne mit 3 bis 5 % Inflation pro Jahr.Wer unter 3 % Erhöhung akzeptiert, hat real weniger Geld als im Vorjahr.
- Job-Wechsel bringt mehr als Verhandlung.Im Schnitt 10 bis 20 % Sprung, in Tech-Berufen bis zu 30 %.
- Frag nach Benefits, nicht nur nach Geld.Jobticket (bis 49 €/Monat steuerfrei), betriebliche Altersvorsorge (bis 3 % der BBG steuerfrei), Essenszuschüsse — das sind effektiv mehr Netto, ohne dein Brutto zu erhöhen.
- Timing ist alles. Direkt nach erfolgreichem Projektabschluss oder nach dem Probezeitgespräch verhandelt es sich leichter als mitten in der Budgetplanung.
Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Gehaltsverhandlung 2026 mit Marktdaten, Beispielgehältern nach Beruf und Argumentationsstrategien.
Häufige Fragen
Was ist ein Netto-Brutto-Rechner?
Ein Netto-Brutto-Rechner ist das Gegenstück zum klassischen Brutto-Netto-Rechner: Du gibst dein Wunsch-Nettogehalt ein und erfährst, welches Bruttogehalt du dafür brauchst. Grundlage sind die offiziellen BMF-Steuertarife 2026 und die aktuellen Beitragssätze zur Sozialversicherung.
Wie genau ist das Ergebnis?
Bei den Standardparametern (eine Hauptbeschäftigung, GKV oder PKV, Standard-Steuerklasse) weicht das Ergebnis weniger als 1 % von der tatsächlichen Lohnabrechnung ab. Bei Freibeträgen, mehreren Jobs, Firmenwagen oder Jobticket kann die Abweichung größer sein. Für eine verbindliche Auskunft ist dein Finanzamt oder Steuerberater zuständig.
Wann brauche ich einen Netto-Brutto-Rechner?
Drei typische Fälle: (1) Du hast ein Jobangebot und willst wissen, welches Brutto du verhandeln musst, um dein Wunsch-Netto zu erreichen. (2) Du willst prüfen, ob dein aktuelles Brutto deinem Wunschnetto entspricht. (3) Du bereitest eine Gehaltsverhandlung vor und willst zeigen, was eine Brutto-Erhöhung netto bedeutet.
Welche Steuerklasse soll ich für die Berechnung wählen?
Wähle die Steuerklasse, die du tatsächlich hast — sie steht auf deiner Lohnsteuerkarte oder wird im Lohnkonto deines Arbeitgebers geführt. Singles wählen üblicherweise I, Alleinerziehende II, Verheiratete je nach Einkommensverteilung III/V (ungleiches Einkommen) oder IV/IV (gleiches Einkommen). Ein Wechsel der Steuerklasse wirkt sich sofort auf dein Netto aus — er ist die einfachste Optimierung, die du jedes Jahr vornehmen kannst.
Was kostet der Netto-Brutto-Rechner?
Unser Rechner ist 100 % kostenlos, ohne Anmeldung, ohne Datenweitergabe. Alle Berechnungen laufen in deinem Browser. Die Ergebnisse basieren auf den offiziellen BMF-Formeln 2026 — dem gleichen Algorithmus, den auch die offiziellen Lohnsteuerhilfen verwenden.
Quellen & weiterführende Links
Alle Angaben in diesem Artikel beruhen auf den folgenden amtlichen Quellen und wurden beim Verfassen geprüft:
- Bundesministerium der Finanzen (BMF)
Aktuelle Steuergesetze, Programmablaufpläne (PAP) und amtliche Hinweise zur Lohnsteuer und Einkommensteuer.
- Statistisches Bundesamt (Destatis)
Offizielle Verdienststatistiken, Medianlöhne nach Branchen und Regionen, alle vier Jahre aktualisiert.
- Bundesagentur für Arbeit – Sozialversicherung
Beitragssätze zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, Bezugsgrößen und Beitragsbemessungsgrenzen.
Stand: August 2026 · Alle Werte ohne Gewähr. Für verbindliche Auskünfte wende dich an dein Finanzamt oder einen Steuerberater.
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