Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge (bAV) 2026: 15 % Zuschuss, Steuervorteile, Tipps

7. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert für 2026

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist die einzige Vorsorgeform, bei der der Arbeitgeber verpflichtend etwas dazugibt — und seit 2022 sind es 15 Prozent. Wer clever umwandelt, bekommt drei Vorteile gleichzeitig: weniger Brutto (weniger Steuer), 15 Prozent geschenkten AG-Zuschuss und niedrigere Abgaben. In diesem Artikel zeigen wir, wie die bAV 2026 funktioniert, wie viel sie bringt und wann Riester die bessere Wahl ist.

Was ist die betriebliche Altersvorsorge?

Die bAV ist eine private Altersvorsorge, die über den Arbeitgeber abgeschlossen wird. Der Arbeitnehmer spart einen Teil seines Brutto-Gehalts in eine Altersvorsorge — die Auszahlung erfolgt im Ruhestand als lebenslange Rente oder einmaliges Kapital. Es gibt fünf Durchführungswege:

  • Direktversicherung: Lebensversicherer des Arbeitgebers, einfache Handhabung
  • Pensionskasse: gemeinsame Träger-Versorgung mehrerer Arbeitgeber
  • Pensionsfonds: Investment-Variante, oft mit Aktien-Anteil
  • Unstützungskasse: firmeneigene Versorgungseinrichtung
  • Direktzusage: Versorgung durch den Arbeitgeber direkt

Die Direktversicherung hat sich in den letzten Jahren als häufigste Variante durchgesetzt. Sie ist am einfachsten zu verwalten und bietet den Riester-Vorteil auch innerhalb der bAV.

Die 15 % Arbeitgeber-Zuschuss-Pflicht seit 2022

Seit dem 1. Januar 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, mindestens 15 Prozent Zuschuss auf die Entgeltumwandlung zu zahlen — und zwar auf den Teil, der die 4-Prozent-BBG-Grenze überschreitet. Konkret: Wer 200 € pro Monat umwandelt, davon 100 € oberhalb der 4-%-Grenze, bekommt auf die 100 € einen AG-Zuschuss von 15 € pro Monat.

In der Praxis zahlen die meisten Arbeitgeber freiwillig 15 % auf die gesamte Umwandlung — das ist im Tarifvertrag oft so geregelt und wird in vielen Arbeitsverträgen garantiert. Wer keine 15 % bekommt, sollte im Personalgespräch oder beim Betriebsrat nachfragen.

Die Steuer- und SV-Freibeträge 2026

2026 gelten folgende Höchstgrenzen für die bAV nach § 3 Nr. 63 EStG:

  • Steuerfrei: bis zu 8 % der BBG West ≈ 7.008 € pro Jahr (584 €/Monat)
  • Sozialversicherungsfrei: bis zu 4 % der BBG West ≈ 3.504 € pro Jahr (292 €/Monat)
  • Übersteigende Beiträge: sind steuer- und sozialversicherungspflichtig, mindern aber ggf. das zu versteuernde Einkommen

In den meisten betrieblichen Verträgen wird die 4-%-BBG-Grenze automatisch eingehalten, weil der AG-Zuschuss und die Steuerersparnis dann am attraktivsten sind.

Beispielrechnung 200 € bAV pro Monat

Stell dir einen 35-jährigen Arbeitnehmer vor, 50.000 € Brutto, Steuerklasse I. Er wandelt 200 € pro Monat in eine Direktversicherung um:

  • Brutto: 4.167 €
  • Umwandlung: -200 €
  • Steuerpflichtiges Brutto: 3.967 €
  • Lohnsteuer-Ersparnis (Steuerklasse I, ca. 28 %): +56 €
  • Sozialversicherungsersparnis (AN-Anteil 20 %): +40 €
  • Arbeitgeberzuschuss (15 %): +30 € (kommt noch on top)
  • Effektive Kosten des 200 € Sparbeitrags: 74 €

Das ist eine Effektiv-Verzinsung von rund 170 % im ersten Jahr — subventioniert durch den Fiskus und den Arbeitgeber. Keine andere Altersvorsorgeform bietet eine vergleichbare Förderquote.

bAV oder Riester?

Die Frage ist nicht „oder", sondern „zuerst". Wer die Wahl hat, sollte zuerst die bAV ausschöpfen, weil der AG-Zuschuss sonst verschenkt wird. Danach kann man zusätzlich Riester-Beiträge einzahlen, um die Kinderzulage mitzunehmen.

Vergleich für eine 4-köpfige Familie mit 50.000 € Brutto:

  • bAV 200 €/Monat: AG-Zuschuss 360 € + Steuerersparnis 672 € + SV-Ersparnis 480 € = Förderung 1.512 €/Jahr
  • Riester 200 €/Monat: Grundzulage 175 € + 2× Kinderzulage 600 € = Förderung 775 €/Jahr

Die bAV ist also fast doppelt so lukrativ — aber nicht jeder Arbeitgeber bietet sie an. Wer keinen AG-Zuschuss bekommt, sollte Riester den Vorrang geben.

Häufige Fragen und Antworten

Was passiert im Alter? Die bAV wird nachgelagert besteuert — die Rente oder das Kapital ist voll steuerpflichtig. Mit dem Rentenbeginn ab 62 kann die Auszahlung in Raten oder einmalig erfolgen. Auch Kapitalauszahlung ist möglich (Riester-Verträge) oder lebenslange Rente.

Was passiert beim Jobwechsel? Die Direktversicherung kann mitgenommen werden — entweder zum neuen Arbeitgeber oder durch Übertragung in einen privaten Vertrag. Bei Direktzusage bleibt die Zusage beim alten Arbeitgeber.

Fazit: bAV ist die meistgeförderte Vorsorge

Wer einen Arbeitgeber hat, der bAV mit 15 % Zuschuss anbietet, sollte sie voll ausschöpfen — die Effektiv-Verzinsung im ersten Jahr liegt bei 150 – 200 %. Erst wenn die bAV-Grenze erreicht ist, sollte man zusätzlich Riester oder Rürup in Betracht ziehen. Rechne mit unserem Brutto-Netto-Rechner durch, wie viel Netto du durch die bAV-Umwandlung sparst.

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Verfasst von Redaktion Steuerrechner.de · Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2026

Die Redaktion von Steuerrechner.de recherchiert und aktualisiert alle Inhalte auf Basis der offiziellen Programmablaufpläne des Bundesfinanzministeriums und der aktuellen Beitragssätze der Sozialversicherung.

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Quellen & weiterführende Links

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Stand: August 2026 · Alle Werte ohne Gewähr. Für verbindliche Auskünfte wende dich an dein Finanzamt oder einen Steuerberater.

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